Tag 6 – Pompeii

Heute früh sind wir gegen 1 Uhr in Napoli bzw. In Pompeij agekommen. Hier sieht es auf den Strassen etwas wild aus, da zur Zeit die Müllmänner streiken – und das bei der Hitze. Glücklicherweise riecht es aber garnicht nach Müll. Wir entschieden uns heute mal auf einem Campingplatz zu übernachten – überhaupt das 2. Mal, dass wir einen Campingplatz ansteuern. Unser Campingplatz liegt direkt an einem der Eingänge zur antiken Stadt Pompeij- inmitten von Oleander-und Zitronenbäumen.

Gegen halb neun war ich schon wach und voller Vorfreude – immerhin war ich das letzte Mal mit 12 Jahren in Pompeij, seitdem sind fast 20 Jahre vergangen wo bestimmt weitere Ausgrabungen gemacht worden sind. Nach dem Duschen und Frühstücken gings gegen halb elf los. Wie man weiss wurde Pompeij gegen 79 n. Ch. vom Ausbruch des Vesuvs zerstört. So schlimm diese Katastrophe auch damals war, für die heutige Zeit hat sie einen unglaublichen Schatz erschaffen – eine komplette Stadt konserviert und somit für die Nachwelt erhalten. Der Vesuv als Zerstörer und zugleich als Erschaffer der Unsterblichkeit. Grosse Teile der Stadt sind noch verschüttet aber das Gelände, welches bereits freigelegt ist, ist schon beachtlich und birgt wirkich Erstaunliches. Ich kann jetzt hier nicht alles wiedergeben, was wir  gesehen haben- das würde hier zum Einen den Rahmen sprengen, zum Anderen muss man Pompeij einfach selbst erleben. Sehr beeindruckend fand ich vor allem, dass diese Stadt die ja fast 2000  alt ist schon so moderne Bewässerungsanlagen hatte, die die ganze Stadt mit Wasser versorgt haben. Wasser überhaupt war damals und auch heute ein grosses Thema hier im heissen Süden Italiens. Daher hatten fast alle Häuser – vor allem die der reichen Oberschicht Pompeijs ein sogenanntes „Atrium“- das bedeutet, dass in den Villen gleich am Eingang, also im Vorraum eine Art kleine Becken im Boden eingelassen ist. Darüber ist in genau im gleichen Ausmaß eine Öffnung in der Decke. Somit wurde kostbares Regenwasser – wenn es denn man im Sommer geregnet hat – im Becken gesammelt und das kostebare Wasser direkt im Haus weiterverarbeitet -sei es als Trinkwasser oder Wasser für die oft pompösen Gärten in den Villen.

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Am imposantesten fanden wir die unzähligen Villen, mit eigenen Bädern, Bodenheizung, Gärten und wunderschönen Wandmalereien und Mosaik – oder Marmorböden.

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Das berühmteste Haus in Pompeij ist ein Bordell – weil es sehr gut erhalten ist. Die anzüglichen Fresken an den Wänden zeigen die verschiedenen Vorlieben die in den jeweiligen Zimmer angeboten wurden- so eine Art antiker Sexkatalog und Werbung für die Damen des Hauses.

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Eine weitere Attraktion waren natürlich die zu Stein gewordenen Menschenopfer, die den Ausbruch nicht überlebt haben.

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Diese liegen luftdicht in Glassärgen. Die meisten Opfer wurden in den Thermen gefunden, da diese Gebäude besonders stabil gebaut waren. Aber die Todesursache waren nicht die herabfallenden Steinmassen sondern die giftigen Gase. So sind die Toten oft in dramatischen Positionen versteinert-eine Mutter neben ihrem Kind oder ein Mann, kauernd und sich die Hände schützend vor den Mund haltend. Blickt man dann wieder hoch von den toten Gestalten sieht man den Vesuv, stolz und unversehrt über der Stadt trohnen und man fühlt sich so unendlich klein und verletzlich und erkennt, dass am Ende immer die Naturgewalten siegen.

Ingesamt sind wir fast acht Stunden durch Pompeij gelaufen aber es war jeden Schritt wert.

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1 Kommentar(e)

  1. Hallo Ihr Zwei!!!
    Ich bin schon ganz gespannt auf Terracina, hoffentlich geht Ihr an die schönen Strandabschnitte. Und schaut Euch die Städte drumherum an wie San Felice oder Sperlonga. Ich beneide Euch, aber ich bin auch schon kräftig am planen für Bangkok. Nur noch eine Woche!!! Juhu!!!
    Viel Spass noch und genießt es


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